Honegger

Ein Raumschiff aus dem 20. Jahrhundert wird aufgefunden. Die Mannschaft ist tot. Natürlich, schließlich befinden wir uns im Jahre 2163. Nachdem ein Inspektionstrupp bei der Bergung des Wracks verunglückt, entspinnt sich ein Dialog zwischen zwei Crewmitgliedern. Während der eine gedankenversunken ein melancholisches Lied auf dem boardeigenen Klavier zum Besten gibt, schaut der zweite mit grimmigem Blick auf die Boardleinwand:
Klavierspieler: “Das waren Menschen! Unsere Vorfahren.” (Gemeint sind die Besatzungsmitglieder des Raumschiffes aus dem 20. Jahrhundert)
Grimmiger Bär: “Die nicht! Sicherlich nicht!”
Klavierspieler: “Du kannst dir deine Vorfahren nicht aussuchen.”
Grimmiger Bär: “Weißt du was Sie waren? Menschlicher Müll! Sie haben Auschwitz, Oradour und Hiroshima hinter sich gelassen. Das ist das 20. Jahrhundert.” (Seufzend dahergesagt)
Klavierspieler: “Weißt du was? Honecker! Auch das war das 20. Jahrhundert.” (Mit einem wahrlich wehmütigen Blick Richtung Kamera gehaucht)
Neben diesem, aus heutiger Sicht erheiternden Bonmot, hat der Film allerdings einiges mehr an Nährwert zu bieten. Vor allem zu Beginn des letzten Drittels, entwickelt der Film eine äußerst beklemmende Atmosphäre. Sehr sehenswert.
Der Film stammt übrigens aus der ehemaligen CSSR und wurde im Jahre 1963 abgedreht. Nachfolgend noch ein paar Informationen zum Film: Ikarie XB 1.
Das Alltägliche ist des Menschen Brot. Und doch geht das Alltägliche mit dem magischen Momentum alltäglich aufs neue schwanger. 
