Horst Barbarella

Filed under: film,kurioses — wortkarg at 4:40 pm on Freitag, April 28, 2006

Gestern gesehen, den Augen nicht getraut.

Text?Horst (“Ich bin der Choreograph!”) Frank in einer seiner ungewöhnlicheren Rollen. In dem Film Das geheimnis des gelben Grabes ist er als schwuler Choreograph Stephan zu bewundern.

Berlin ist durchaus eine Sünde wert

Filed under: film — wortkarg at 6:46 pm on Sonntag, April 23, 2006

Playgirl – Berlin ist eine Sünde wert ist Will Trempers dritte Regie-Arbeit. Tremper, der nach einer bewegten Jugendzeit Journalist und Drehbuchautor im Hauptberuf war, ist ein ausserordentlich beachtenswertes Stück Zelluloid gelungen.

Text?Alexandra, ein gefragtes Fotomodell, strandet in Berlin. Aus einer ersten Enttäuschung heraus macht sie sich auf den Weg einen früheren Bekannten aufzusuchen. Hier beginnt Alexandras Odyssey, in deren Verlauf sie zwischen drei Männern hin und her pendelt.

Dies ist sogleich der erste Aspekt der diesen Film, im Rückblick, aus der Masse der damaligen Filmproduktionen herausstechen läßt. Während die Swinging Sixties in London ihrem Höhepunkt entgegenstreben, sind Deutschland und die 68er mit ihren Forderungen nach sexuellen Freiheiten nur vorsichtig zu erahnen. Alexandras wechselnde Liegewiesen hingegen betten sich wie natürlich in die Geschichte unserer Protagonistin ein, als gelte es diesen Umstand, für die damalige Zeit ein beachtenswertes Wagnis, nicht weiter explizit zu thematisieren. Es gehört einfach dazu. Ebenso verhält es sich mit dem angedeuteten homosexuellen Topic.

Neben diesen zwischenmenschlichen Komponenten werden einige brisante politische Themen aufgegriffen. Der immer mehr in den Blickpunkt rückende innerdeutsche Ost-West-Konflikt, sowie die nicht aufgearbeiteten Greuel der NS-Zeit fanden ebenso wie die Auseinandersetzung mit Rassismus und Fremdenhass ihren Eingang ins Drehbuch. Schade nur, dass diese nicht deutlicher ausformuliert wurden und eher den Charme von hastig noch eingeflickten Einsprengseln verbreiten.

Die Tatsache, dass Tremper mehr Drehbuchautor als Regisseur war, verwundert ein bisschen, da die Dialoge, vor allem in der ersten Hälfte des Filmes, eher die hölzerne Leichtigkeit einer Praunheimerschen Bettwurst als die Qualitäten eines drehbuchschreibenden Journalisten zu Tage fördern. Ähnlich grobschlächtig verfährt er mit der Montage der einzelnen Bildersequenzen, die den versierten Filmschaffenden nur schemenhaft in den Vordergrund treten lassen und eher an das Handwerk eines Metzgermeisters erinnern. Interessanterweise unterziehen sich diese vermeintlichen Schwächen vor meinem inneren Auge, je weiter das Filmerlebnis zurückliegt, einer wundersamen Wandlung. Ich schätze sie.

Hervorzuheben sind noch der erfrischend groovig daherkommende Jazz-Soundtrack von Klaus Doldinger und Peter Thomas (wobei ich diesen eher Doldinger zuschreiben würde), eine Klimpereinlage von Paulchen Kuhn und zwei Kurzauftritte des von mir hoch geschätzten Rudolf Schündler.

Die DVD ist unter folgendem Link zu einem günstigen Preis bei amazon.de zu erwerben:

Playgirl – Berlin ist eine Sünde wert

Erster und womöglich nicht letzter Eintrag

Filed under: flüchtiges — wortkarg at 9:41 am on Sonntag, April 23, 2006

Deshalb folgt heute auch sogleich das erste Geschreibsel. Viel Spass!